Top-5 – die einhundertachtunddreißigste

Heute wird die Top-5 der Woche von zwei deutschen Liedern umschlossen. Der Beginn wird direkt rockig und zwar mit den Toten Hosen und ihrer neuen Single „Altes Fieber“. Danach geht es ab in Richtung Pop und Country. Taylor Swift steuert ihr „We are never getting back together“ bei, ehe Lana del Rey der „Summertime Sadness“ verfällt. „In love with the world“ ist Aura Dione und die vier Jungs von Ich kann fliegen sind mit ihrem Song „Mich kann nur die Liebe retten“. Viel Spaß bei den Top-5 der Woche.

Die Toten Hosen – Altes Fieber
Taylor Swift – We are never getting back together
Lana del Rey – Summertime Sadness
Aura Dione – In love with the world
Ich kann fliegen – Mich kann nur die Liebe retten

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Freitags-Füller No. 186

Klickt auf das Bild und ihr kommt zu Barbara

1. Ach du je, die Katze dreht durch.

2. So manche Berichterstattung lässt es an Niveau fehlen.

3. Nebeneinkünfte von Politikern – darum dreht es sich in der letzten Zeit immer wieder.

4. Dass das Wetter so schön bleibt ist doch  möglich.

5. Aufpassen, wo man den Schlüssel hinlegt ist sehr wichtig.

6. Die Planung für die Weihnachtsgeschenke geht langsam los.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine neue Folge des „Kriminalisten“ und „Flemming“, morgen habe ich saubermachen geplant und Sonntag möchte ich das gute Wetter genießen!

Jussi Adler-Olsen – Verachtung

Klappentext:
„Erinnerst du dich nicht mehr an mich, Nete? Doch, das tust du. Du erinnerst dich noch sehr genau an mich.“ Da war es wieder, dieses Gefühl aus den verzweifelten Tagen auf Sprogø, als das Meer und die Wellen sie lockten, ihrem elenden Leben ein Ende zu bereiten…

Eine Insel für ausgestoßene Frauen. Eine Frau, die Rache nimmt an ihren Peinigern.
Der vierte Fall für Carl Mørck.

Autoreninfo:
Jussi Adler-Olsen wurde 1950 in Kopenhagen geboren. Seit 1997 veröffentlicht er Romane, seit 2007 die erfolgreiche Serie um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Mit den Thrillern „Erbarmen“, „Schändung“, „Erlösung“, „Verachtung“ sowie seinem Roman „Das Alphabethaus“ stürmt er die internationalen Bestsellerlisten. Seine vielfach preigekrönten Bücher erscheinen in über 30 Ländern, die Filmrechte an der Sonderdezernat-Q-Serie hat Lars von Triers Produktionsfirma Zentropa erworben.

Erster Satz:

Fast hätte sie sich ganz dem Gefühl hingegeben.

Inhalt:
Es ist November und Carl Mørck ist mal wieder miesepetrig, denn Rose hat viele alte Akten zusammengetragen und zusammen mit Assad hat sie eine Akte ausfindig gemacht,
in der es sich lohnt zu ermitteln. Rita Nielsen ist im Jahr 1987 spurlos verschwunden. Rose und Assad machen sich zusammen auf die Suche nach weiteren Vermisstenfällen aus
dem Zeitraum. Und es gibt tatsächlich noch weitere Personen, die alle just in den darauffolgenden Tagen als vermisst gemeldet wurden und nicht mehr aufgetaucht sind. Eindeutig zu viel Zufall finden Rose, Assad und schließlich auch Carl.

Dieser ist öfter mit den Gedanken wo anders, wer kann es ihm auch verdenken, denn der alte Fall von Amanger liefert neues Material und Carl gerät unter Verdacht. Hinzu kommen auch noch seine privaten Probleme mit seiner getrennt lebenden Frau, die plötzlich die Scheidung will und natürlich auch Geld  – und da ist ja auch noch Ronny, der mit einer alten Geschichte für Ärger sorgt.  Aber Carl wäre nicht Carl Mørck, wenn er nicht zu einer für sich befriedigenden Lösung käme.

Je weiter sie in den Vermisstenakten wühlen um so deutlicher wird die Spur. Sie führt Carl und Assad nach Sprogø. Auf der Insel wurden bis in die sechziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts Mädchen und Frauen interniert, die mit dem Gesetz bzw. mit den damaligen Moralvorstellungen der Gesellschaft in Konflikt gekommen sind. Es war ein leichtes auf die Insel zu kommen, denn wenn die Sozialprognose nicht gut war bzw. man schon mal eine Abtreibung hinter sich hatte oder nicht intelligent genug für die Gesellschaft war wurde man interniert. Verlassen durfte man die Insel erst wieder nach einer  Zwangsterilisierung, denn so konnten sie mit weiterem Nachwuchs nicht mehr der Gesellschaft zur Last fallen.

Auf Sprogø wird auch Nete Hermansen interniert, die weder dumm noch kriminell oder im heutigem Sinne sozialauffälig war. Unglückliche Umstände und die Begegnung mit Curt Wad reichen bei mir aus um auf die Insel zu kommen. Bewacherinnen und mit internierte Frauen machen ihr das Leben zur Hölle. Erst durch die Zwangssterilisierung kann sie die Insel verlassen, aber ihren Traum nach einer eigenen Familie kann sie begraben. Immer wieder kreisen die Gedanken von Nete um ihrer Peiniger.

Weitere Recherchen führen Carl Mørck und Assad zu der Partei „Klare Grenzen“ – in der auch Curt Wad aktiv ist – die an die eugenischen Vorstellungen des Nationalsozialismus festhält und diese wieder einführen will. Liegt hier die Verbindung zu den Vermisstenfällen?

Meinung:
„Verachtung“ ist der vierte Teil der Sonderdezernat-Q-Reihe um Carl Mørck, Assad und Rose.

Bereits das Cover, das in warmen Farben gestaltet ist und eine blutige Schere zeigt, lässt den Leser böses ahnen.

Aufgeteilt ist dieser vierte Teil in 46 Kapitel sowie einen Prolog und einem Epilog.
Zu dem lässt  Jussi Adler-Olsen seinen Krimi auf  verschiedenen Zeitebenen spielen.  So erfolgt die Ermittlung von Carl Mørck und Assad 2010, die Vermisstenfälle spielen alle im Jahr 1987 und das Leben von Nete Hermansen findet immer wieder in Rückschauen aus der Zeit des 2. Weltkriegs bis in die sechziger Jahre hinein statt. Dadurch dass der Leser auf die unterschiedlichen Zeitebenen wechselt ist er Carl Mørck und Assad voraus.

Jussi Adler-Olsen erzählt dieses ernste Thema „Zwangssterilisierung“ sehr trocken und konkret. Vor allen die Rückschau auf Netes Leben ist immer wieder beklemmend und verstörend. Ebenso beängstigend ist der Handlungsstrang um Klare Grenzen und Curt Wad. Diese beiden beklemmenden Handlungssträngen durchbricht er immer wieder mit Witz und Humor, wenn es um das berufliche Verhältnis zwischen Carl, Assad und Rose geht. In diesen Momenten löst sich die Beklemmung auf und man atmet als Leser wieder durch. Ehe wieder ein Zeitsprung kommt und man in die düstere Vergangenheit der dänischen Geschichte versinkt.

Wie auch in den drei vorherigen Bänden gibt es auch wieder vielerlei private Momente bei den drei Hauptprotagonisten. So lernt der Leser in diesem Buch Rose etwas besser kennen und auch Assad gibt ein bisschen von sich Preis. Auch wird Carls Privatleben wieder thematisiert und auch hier erfährt man neues.

Aber nicht nur seinen Hauptcharakteren gibt er Tiefe auch Nebencharaktere wie die Sekretärinnen Lis und Catarina, der zänkische Kollege Borg, die Psychologin Mona, Hardy und auch Morten werden ausgebaut. Gerade diese Nebencharaktere und Nebenschauplätze geben den vierten Teil den besonderen Witz. Auch hier ist viel Situationskomik dabei.

In seinen Anmerkungen geht Jussi Adler-Olsen auf die Anstalt für Frauen auf der Insel Sprogø ein und zeigt den Hintergrund des Krimis auf.

Der vierte Teil vermag nicht der spannendste Teil der Sonderdezernat-Q-Reihe sein, aber für mich doch ein sehr gut recherchierter und beklemmender Krimi, der einen nachdenklich zurück lässt.

Fazit:
Ein gut recherchierter vierter Teil um das Sonderdezernat-Q mit Carl Mørck, Assad und Rose, der ein ernstes Thema der dänischen Geschichte behandelt und bei dem es mehr um die Auflösung des Falles geht als um die Spannung.

Buchinfo:
Jussi Adler-Olsen – Verachtung (Journal 64)
Hardcover 544 Seiten
DTV 2012
ISBN-13: 978-3423280020

Reiheninfo:
1. Erbarmen
2. Schändung
3. Erlösung
4. Verachtung

Bewertung: