[Blogspecial Paris] Gewinnerverkündung

Blogspecial Paris

Hallo ihr Lieben,

nun ist es soweit:  Anya von Bücher in meiner Hand und ich haben die Gewinner ausgelost. Die Gewinner von „Die Tochter des Malers“ und von „Rendezvous im Café de Flore“ findet ihr bei Anya.

Dann möchte ich nun einmal die Gewinner bekanntgeben:

 „Madame Picasso“ von Anne Girard hat gewonnen:

Caroline Messingfeld bitte melde dich bei mir noch, wegen der Adresse.

„Die Tänzerin von Paris“ von Annabel Abbs hat gewonnen:

Elke H. bitte melde dich bei mir noch, wegen der Adresse.

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner! Wir wünschen viele gemütliche Lesestunden mit der Lektüre!

Edit: Ich habe etwas verdreht gehabt. Nun ist es richtig. Es tut mir Leid. Wenn man einfach keine Ruhe hat.

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[Blogspecial Paris] Gespräch zwischen Anya und mir zu den vier Büchern

Blogspecial Paris

Hallo ihr Lieben,

heute lade ich euch zu unserem Gespräch ein. Anya von Bücher in meiner Hand und ich haben uns natürlich noch über die vier Bücher, die wir euch in der Woche vorgestellt haben, ausgetauscht. Im übrigen haben wir dazu auch ein Gewinnspiel bis zum Sonntag habt ihr die Möglichkeit euch für die Bücher zu bewerben. Was ihr dafür tun musst, erfahrt ihr nach dem Gespräch in den Teilnahmebedingungen.

A: Puh, da sind ganz schön viele Seiten zusammen gekommen, 2014 Seiten um genau zu sein. Durch die ersten beiden Bücher, die ich gelesen habe, flog ich nur so durch die Seiten und verfolgte die spannenden Berichte unserer Protagonisten. Doch mit zwei Büchern hatte ich Mühe, besonders mit „Die Tochter des Malers“. Bis auf Virginia und Michel wurde ich mit keinem der Charaktere warm, ich empfand sie alle extrem unsympathisch.

K: Ich hatte ja „Die Tochter des Malers“ als erstes Buch gelesen. Und ich war ständig damit am hadern, das habe ich ja auch schon in der Buchbesprechung erzählt. Der Grund war nicht der Schreibstil, den fand ich gelungen und unheimlich gut. Aber die Charaktere, die waren mir echt zu viel. Chagall und in Teilen auch Ida waren mir nicht sympathisch. Für mich war Michel der größte Sympathieträger, wobei ich auch stellenweise mit Ida mit gelitten habe. Vor allen Dingen bei der überstürzten Hochzeit zu Beginn. Wie kann ein Vater nur so grausam sein?

A: Das habe ich mich auch gefragt. Eigentlich erzählte das Buch nur vom Krieg, wie Familie Chagall fliehen konnte, nur damit Marc weiterhin malen konnte. Auch dort zählten nur seine Bilder. Seine Tochter war ihm egal.

K: Ja, leider. Ich hätte Ida dennoch öfters mehr Rückgrat gewünscht und dass sie noch deutlicher für ihre Interessen einsteht. Gerade mit Michel an der Seite hätte es besser laufen können. Ihre Schwiegereltern hatte ich sehr gern, zwei tolle Menschen.

A: Und ganz herzlich. Schade, kamen sie nur als Randfiguren vor.

K: Chagall war wirklich ein Egomane und er hat bei mir jede Sympathie verloren. Furchtbar fand ich, dass es wichtiger war, dass seine Bilder sicher den Krieg überleben als seine Tochter, seine Frau oder Michel. Er hat nur an sich gedacht.

A: Was wäre wohl gewesen, wenn sie kein Geld gehabt hätten? Mit Geld konnte man sich die Flucht in ein anderes Land erkaufen. Das empfand ich hochnäsig gegenüber allen andern, denen es nicht so gut ging, wie z.B. Michels Familie gegenüber. Geschichten, die in der Kriegszeit spielen und es wirklich nur um da Überleben in dieser Zeit geht, mag ich nicht. Hier kam noch dazu, dass die Charaktere so schrecklich eigennützig waren.

K: Das war auch furchtbar schlimm. Besonders schlimm fand ich, dass er das Geld, dass Ida zurückgelegt hat für die Flucht beider Familien für ein dämliches Haus ausgegeben hat. Der war so etwas von weltfremd und blind dieser Mann, dass ich ihn nur hätte schütteln wollen. In dem Moment flog auch beinahe das Buch in die Ecke. Ich habe es da erst mal zugeklappt und war lauthals meinen Unmut über den großen Künstler am wiedergeben.
Ohne Geld hätten sie sich wohl irgendwo verstecken müssen, wie Samuel Beckett im wahren Leben. Er war in der Résistance und musste sich dann in Südfrankreich verstecken als seine Gruppe aufflog. Aber dafür wäre Chagall nicht vorsichtig genug gewesen. Ich denke nur an den Tag in Nizza, wo er einfach auf den Markt gegangen ist.

A: Wenn ich das Buch einfach so, nur für mich, gelesen hätte, hätte ich es auch an der gleichen Stelle wie du abgebrochen. Chagall war wohl wirklich kein einfacher Mann, hier wurde er aber extrem egoistisch beschrieben, nur er und seine Kunst, alle anderen waren ihm egal. Sogar seine Kinder. Ida, die verwöhnte Tochter, litt einerseits selbst darunter, andererseits verhielt sie sich nicht wirklich anders.

K: Da sind wir dann einer Meinung, hätte ich es nicht für das Blogspecial besprechen müssen, wäre es spätestens nach der Szene mit dem gekauften Haus vorbei gewesen. Ida ist eine zwiespältige Persönlichkeit, wie du schon sagst. Was sie mit Virginia macht, ist nicht astrein. Aber Vavra steht ihr aber auch in nichts nach.

A: Oh ja, da kam Ida aus dem Staunen nicht mehr raus. Irgendwie tat mir Ida zwischendurch auch leid. Nicht so sehr wie Lucia Joyce in „Die Tänzerin“. Aber zu ihr komme ich später. Auch Picasso und David Scott lebten nur für ihre Malerei, doch im Vergleich zu Chagall waren sie trotzdem fassbar, ihre Beziehungen waren nicht so egozentrisch.

K: Nach „Die Tochter des Malers“ war ich ja skeptisch mit „Madame Picasso“. Aber hallo, auch wenn ich mich am Anfang damit schwer getan habe, hat mich die Geschichte fasziniert. Die Liebesgeschichte war ja richtig schön und schade, dass sie so früh endete.

A: Allerdings. Vielleicht erklärt der Tod von Eva ja seine weiteren Beziehungen. Der Roman „Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten“ zeigt ihn Jahre später im Wechsel zwischen zwei Frauen, da sagte er mal „Ist mir egal wer von beiden bleibt.“ Als ob er seine Liebe ganz Eva widmete und später vielleicht nicht mehr so viel von sich gab. Obwohl er wohl immer ein leidenschaftlicher Mann blieb, der Gefühle zeigte.

K: Picasso fand ich sogar herzallerliebst. Seine Familiengeschichte hat mich fasziniert und auch seine Schwierigkeit mit Krankheiten umzugehen. Wenn man so früh mit an sehen musste, wie ein geliebter Mensch stirbt, so ist es auch kein Wunder, dass er zunächst geschockt war über Evas Krankheit. Aber er hat sie nicht im Stich gelassen und seine spätere Beziehungen waren alle nicht von langer Dauer. Aber ich fand ihn sehr speziell, was seine Beziehungen anging und auch stur, wenn ich da an die verweigerte Scheidung denke.

A: Er hat Eva wirklich geliebt. „Madame Picasso“ machte enorm Spass zu lesen, die Emotionen waren echt und die Charaktere mehrheitlich sympathisch. Im Gegensatz zu den anderen Büchern.

K: Ja, wie zum Beispiel Marlènes Mann Jean-Louis aus „Rendezvous im Café de Flore“. Mit ihm wurde ich nie warm. Er war doch der genaue Gegensatz zu David Scott und Etienne. Beide fand ich herzlicher. Mit Jean-Louis hat die Autorin ja einen fürchterlichen, intoleranten und egoistischen Charakter in die Handlung eingefügt. Hat er Marlene jemals verstanden? Ich glaube nicht, er hat sie ebenso klein halten wollen, wie die Joyces ihre Lucia.

A: Jean-Louis war ein ähnlicher Pascha wie Chagall und Joyce. „Meine Frau, mein Auto, mein Haus.“ Dass Marlène diese Dinge weniger wichtiger waren, als Emotionen, spürte er nicht. Aber sie hatte wenigstens den Mut und die Kraft sich zu lösen, im Gegensatz zu Ida und Lucia.

K: Ich glaube Lucia war einfach nicht stark genug um einfach zu gehen, wie Eva oder Vianne. Sie hing ja auch an ihrem Vater. Eindeutig mehr als an ihrer Mutter, war also ein richtiges Papakind. Aber irgendwann muss man sich auch lösen können. Es kann doch nicht nur an der Zeit gelegen habe? Auch damals gab es schon mutige Frauen. Gertrude Stein zum Beispiel und die ganzen Feministinnen. Eva war doch auch eine und dass schon so viel Jahre früher und auch Vianne aus „Rendezvous im Café de Flore“.

Sowieso hat mir dieses Buch sehr viel besser gefallen. Der stetige Wechsel zwischen den Epochen. Und Viannes Leben war einfach aufregend, ihr Weg zur Botanikerin dann noch die Résistance. Ein spannendes fiktives Leben, das Caroline Bernard schön dargestellt hat. Die Art wie Marlène die Recherche betreibt fand ich wunderschön erzählt und auch ihre Telefongespräche mit ihrem Vater. Der immer mehr geahnt hat, dass es mit ihr und Jean-Louis nicht so funktioniert.

A: So sollten Väter eigentlich sein, nicht so wie Chagall oder Joyce; oder auch Viannes Vater, der ihr nie verzieh, dass sie nach Paris abhaute. Vianne wie auch Marlène sind zwei starke Frauen, die ihren Weg gehen, auch wenn es kein einfacher ist. Aber sie wagen es. Bei „Der Tänzerin“ hätte Lucia mindestens einmal die Möglichkeit gehabt, sich gegen ihre Eltern zu stellen. Ich frage mich, was gewesen wäre, wenn sie den Absprung gewagt hätte und nach Darmstadt zu Isadora Duncan gegangen wäre? Sie hätte ihr eigenes Geld verdient und wäre weit genug von der Familie entfernt gewesen um allein ein neues Leben zu beginnen. Auch Ida hätte öfters die Möglichkeit gehabt, sich zu lösen, doch sie wie auch Lucia waren irgendwie auch stolz Musen ihrer Väter zu sein und zu wenig mutig, um eigenständig zu werden.

K: Da hätte ich mir auch mehr Rückgrat von ihr gewünscht. Ihr Tanz war ihr doch so wichtig und Kitten hat sie doch immer unterstützt. Wieso nicht einfach mal sagen, bis hierhin und nicht weiter. Dann wäre alles andere auch nicht passiert. Auch wenn sie sich als ihres Vaters Muse sah. Hat sie ja oft genug bei Jung erwähnt, aber dennoch. Mensch, Joyce, hatte so viele Helfer, da hätte sie doch einfach mal ihr Ding machen können. Ich hatte ja schon gedacht, dass Chagall mir auf die Nerven geht. Aber in James Joyce und seiner Frau Nora Barnacle sowie Giorgio hat er mehr als seine Ebenbilder gehabt. Lucia tat mir während des ganzen Buchs fortlaufend leid.

A: Und wie! Sie war eine Gefangene ihrer Eltern. Auf der einen Seite der fast blinde Vater, für den sie alles tun musste, auf der anderen Seite ihre eifersüchtige und unzufriedene Mutter. Dazu noch der Bruder, der wie der Vater nur Geld im Kopf hatte.

K: Oh ja, Giorgio, der so wütend war als Lucia sich nicht mit ihren Pianisten verlobt hat. Nur aufs Geld aus, dann hätte er sich mal eine anständige Arbeit suchen sollen als sich nur nach Papas Wunsch mit dem Opersänger zu richten. Tja, schließlich hat er ja Geld geheiratet. Auch wenn die Ehe in die Brüche ging. Und so jemand macht dann seiner Schwester Vorschriften. Da kann ich dann aus der Haut fahren. Joyce ist für mich irgendwie ein Schmarotzer und Lucia hat dies ja auch erkannt. Dass sie mehr Geld aus geben von ihren Gönnern als diese selber. Ich frage mich, immer weshalb sie ihn nicht den Geldhahn zugedreht haben.

A: Das habe ich auch nicht verstanden und ich frage mich, was die Geldgeber in Joyce gesehen haben. Aber von ihnen erfuhr man ja nur wenig, ausser über Mrs Fleishmann. Ironie des Schicksals, dass sie am Schluss dasselbe Schicksal ereilte wie Lucia. Nur Jung sah wohl hinter das Geflecht dieser Familie und hätte Lucia sicher regeneriert, hätte man ihn gelassen.

K: Aber er musste ja abbrechen, weil Joyce nicht aus Zürich weg ging, wie Jung verlangte. Die Familie Joyce ist wie eine Klette und als Joyce dann starb, hatten Mutter und Bruder nichts schnelleres zu tun als sie in die Psychiatrie einzuweisen. Lucia war für die Eltern nur Ballast und Jung hätte sicher wieder mehr Geld gekostet, obwohl er ihr hätte helfen können. Die Kapitel von Jung haben mir gut gefallen, gerade auch seine Aussage über Ulysses fand ich passend. (Aber bitte Ulysses ist dermaßen was von unlesbar, dass da nur ein „verrücktes“ Genie am Werk gewesen sein konnte…) Irgendwie ist Joyce ziemlich durchgeknallt. Allein wenn man das Nachwort von Abbs liest, was die damalige Biographin von Lucia Joyce für Probleme bei der Recherche hatte. Scheinbar versucht die Familie mit aller Gewalt Lucia als psychisch Kranke und gefährliche Person dazustellen.

A: Was sie sicherlich nicht war. Auch verstand ich nicht, wieso ihre Mutter Lucia so hasste, was hat Lucia ihr angetan? Nichts! Oder war Nora einfach nur eine missmutige Person? Sie gönnte niemandem etwas, Lucia schon gar nicht. Und jedesmal wenn Lucia etwas aus eigener Kraft erreichte, zerstörte ihre Familie gleich wieder alles. Jede Hoffnung von Lucia wurde im Keim erstickt.

K: Es gab doch die Rückblende und ihr Giorgio konnte doch nie was falsch machen. Joyce selbst war wohl zu schwach um ein Machtwort zu sprechen und ich denke immer mehr, dass Nora bei allem die treibende Kraft war. Ich habe ja vor Wut auf den Tisch gehauen, als Joyce sie wieder nach London bringen wollte, obwohl sie gerade die Tanzschule aufmachen wollte. Der hat wie Chagall nur an sich und sein Genie gedacht. Und Nora ging mir mit ihrem Gehabe fürchterlich auf den Geist und das Ende fand ich echt heftig. Wie sie Giorgio immer bevorzugt hat. Dabei war er ein richtiges Ekel. Und ganz unschuldig an Lucias Verhalten war er auch nicht.

A: Am Ende hab ich auch schwer geschluckt. Falls sich das tatsächlich so abspielte – da fehlen mir die Worte. Nora und James – gegen aussen ganz brav bürgerlich tun im Inneren sind beide versaut.

K: Überhaupt waren die Joyces sehr altmodisch. Schlüpfrige Bücher schreiben, so dass sie in Amerika verboten werden und dann solche Moralapostel und immer wieder auf den Katholizismus berufen. Den man ja eigentlich ablehnt und immer „In Irland macht man so etwas nicht.“ Hallo, die leben in Paris der zwanziger Jahre und sind selber alles andere als katholisch und keusch.

A: Das muss für Lucia recht schlimm gewesen sein, ihre Freundinnen wohnten alleine und waren frei. Nur sie wurde wie eine 3jährige zuhause beschützt, immer hatten die Befindlichkeiten ihres Vaters Vorrang. Kein Wunder war Lucia…

K: …so verzweifelt an ihrer stetigen Gefangenschaft im Hause Joyce, dass sie sich nichts sehnlicher gewünscht hat, dass sie verheiratet wird.

A: Bis sie merkte, dass sie dann auch nicht sich selbst sein konnte. Leider suchte sie sich immer die falschen Männer aus. Allesamt unehrlich. Vielleicht Beckett noch am wenigsten. Was hat er in Lucia gesehen? Fühlte er sich evt. auch ein wenig schuldig ihr gegenüber? Becketts weitere Geschichte wird ja kaum erzählt, aus ihm wurde ich aber eh nicht ganz schlau.

K: Er war damals noch sehr jung. Frisch von der Universität, selbst noch nicht erfolgreich. Zwar aus einem reichen Elternhaus, aber noch nichts erreicht. Vermutlich hat er Lucia geliebt, aber sah wohl auch keine Möglichkeit für sie zu sorgen. Geld war ja noch nicht da und er musste selbst irgendwie durchkommen. Vielleicht hat er auch gedacht, dass Lucia ihn überdrüssig würde, wenn er arm bliebe. Sie war ja schon einen gewissen Lebensstil gewöhnt. Samuel Beckett hat mir schon gut gefallen in dem Buch. Gerade Becketts Lebensgeschichte ist auch faszinierend und da kommt auch wieder die Résistance ins Spiel. Der französische Widerstand wurde ja ziemlich am Ende von „Rendezvous im Café de Flore“ auch erwähnt.

A: Zeitlich spielen ja alle vier Romane in etwa derselben Zeitspanne. Viele Personen werden in alle vier Büchern erwähnt, Picasso, Chagall, der Dichter Guillaume Apollinaire und viele andere.

K: Interessant fand ich auch, dass in allen vier Teilen Gertrude Stein als Mäzenin auftrat. Sowohl bei Picasso, als auch bei Chagall. Bei Joyce wird sie auch erwähnt. Auch wenn er von ihr nicht viel hält, allein weil sie eine Frau hat.

A: Für viele war es damals eine unbekümmerte Zeit in Paris, sie konnten leben und lieben wie und wen sie wollten. In unseren vier Büchern stehen vier unterschiedliche Frauen im Mittelpunkt. Es sind zwei Geschichten über Töchter, die sich nicht aus ihrem Elternhaus befreien können. Daneben zwei Geschichten über einfache junge Frauen, die von zuhause abhauen, weil sie nicht als verheiratete Dorffrau enden wollen, sie wollten ihr eigenes Leben, es zumindest versuchen. Zurück kann man ja immer noch, aber es einfach mal wagen und schauen ob das Leben in der Grossstadt ihnen zusagt, selbstständig zu sein, von der Obhut ihrer Eltern wegkommen, was auf dem Land schwieriger wäre. Nicht nur deshalb haben mir Madame Picasso und Rendezvous im Café Flore viel besser gefallen. Die Frauen dort waren mutig, versuchten ihre Träume zu leben und vergasen dabei ihr Umfeld und ihre Mitmenschen nicht. Den beiden Töchtern Ida und Lucia hätte ich genauso viel Mut gewünscht wie Vianne und Eva.

K: Gerade die beiden Bücher haben mich auch mehr fasziniert. Sie waren für mich lebendiger und authentischer. Gemeinsam hatten ja alle vier, dass man unheimlich viel von Paris erfahren hat. Für jemanden wie mich, der noch nie in der Stadt der Lichter war, ein eindrucksvolles Bild dieser Stadt.

A: Ich war schön öfters in Paris, aber ich denke es ist kein Vergleich zum Paris der 20er Jahre, als sich die ganze Welt in Paris getroffen hat. Die vier Romane haben das Zeitgeschehen wohl wirklich gut illustriert.

Auch wenn zwei der Bücher extrem an meinen Nerven zerrten, war es doch schön, sie alle mal hintereinander zu lesen und so richtig in diese aufregende Zeit einzutauchen. Danke, Kerstin, fürs Mitmachen!

K: Es hat mir auch viel Freude gemacht!

Liebe Leser, falls ihr spätestens jetzt neugierig geworden seid – die vier Bücher könnt ihr gewinnen. Hinterlässt bei den Backgroundinfos jeweils einen Kommentar und schon wandert ihr in den Lostopf! 
Hier seht ihr, auf welchem Blog ihr welchen Beitrag findet:

Dienstag 
Die Tochter des Malers: Rezension bei mir und Backgroundinfos bei Anya
 
Mittwoch 
Donnerstag
Rendezvous im Café de Flore: Rezension bei mir und Backgroundinfos bei Anya
 
Freitag 
Die Tänzerin von Paris: Rezension bei Anya und Backgroundinfos bei mir
Teilnahmebedingung:
Ihr seid mindestens 16 Jahre alt, wohnt in Deutschland, der Schweiz oder Österreich und kommentiert unter diesem Beitrag mit eurem Vornamen bis Sonntag, 16. Juli 2017 um 18:00 Uhr. Der Gewinner wird am Montag 17. Juli 2017 mit Vorname auf dem Blog genannt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Persönliche Daten werden nur für das Gewinnspiel verwendet und anschließend gelöscht.

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[Blogspecial Paris] Backgroundinfo zu „Die Tänzerin von Paris“ – James Joyce, Samuel Beckett und Carl Gustav Jung

Blogspecial Paris

Hallo ihr Lieben,
heute geht es weiter mit „Die Tänzerin von Paris“ von Annabel Abbs. Die Buchbesprechung dazu findet ihr bei Anya von Bücher in meiner Hand. Bei mir gibt es dafür wieder die Backgroundinfos.  Im Leben von Lucia Joyce spielen drei Männer eine große Bedeutung und ihr Leben und Werk möchte ich euch heute etwas näher bringen.

Zum einen ist da ihr Babbo James Joyce. Wer kennt ihn nicht oder hat nicht zumindest schon einmal von Ulysses gehört?
Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2379544James Joyce wurde am 02. Februar 1882 in Dublin als erster Sohn von John Joyce und Mary Jane Murray in Dublin geboren. Er hatte noch zwölf Geschwister, von denen zwei an Typhus verstarben. Obwohl er aus einer wohlhabenden Familie stammt, hat er zeitlebens mit der Armut zu kämpfen. Alkoholkonsum und eine finanzielle Fehlplanung des Vaters stürzte die Joycesche Familie 1893 in die Armut. Im gleichen Jahr konnte James Joyce das von Jesuiten betriebene College in Dublin besuchen. 1898 lehnte er den Katholizismus ab und besuchte ab de Zeitpunkt das University College in Dublin an dem er Sprachen studierte. Nach seinem Abschluss ging er zum Medizin-Studium nach Paris und lebte dort auf Kosten seiner Familie. Als seine Mutter 1903 starb kehrte er nach Dublin zurück.  1904 lernte er seine spätere Frau Nora Barnacle kennen und ging mit ihr nach Triest ins Exil. 1905 wurde dort Giorgio geboren und 1907 Lucia.
1906 vollendete er seine Arbeit an „Dubliners“ und zeitlebens litt er unter Geldnot und lebt auf die Kosten seines Bruders in Triest. Danach befasste er sich mit Ulysses. Nur durch Gönner und Mäzene wie Annabel Abbs es auch in „Die Tänzerin von Paris“ beschreibt, kann die Familie Joyce existieren. Denn die Veröffentlichung von Dubliners zieht sich hin und so reist Joyce 1912 nach Dublin.  Zu Beginn des Ersten Weltkriegs musste er auf seiner englischen Nationalität Triest mit seiner Familie verlassen und zog nach Zürich. Dort blieben sie dann fünf Jahre ehe er 1920 sein Quartier in Paris aufschlug. Dort beendete er an seinem vierzigsten Geburtstag 1922 Ulysses. Nach einer einjährigen Schaffenspause begann er Finnegans Wake, dass bei Annabel Abbs als Buch „Work in Progress“ bezeichnet wurde.
Da Joyce unter einem Augenleiden litt, welches Annabell Abbs immer wieder deutlich machte, ging er in die Schweiz und nahm Lucia mit, die da von Carl Gustav Jung psychiatrisch auf Schizophrenie behandelt wurde.
Nach dem Frankreich 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde, wollte Joyce wieder nach Zürich, aber die Ausreise gestaltete sich als schwierig  und so kam er erst in Dezember wieder in die Schweiz. Am 13. Januar 1941 verstarb Joyce in Zürich an einem perforierten Zwölffingerdarmgeschwür.

Werke von und über James Joyce:

James Joyce – Dubliner
James Joyce – Porträt des Künstlers als junger Mann
James Joyce – Ulysses
James Joyce – Finnegans Wake
Anthony Burgess – Joyce für Jedermann
Richard Ellmann – James Joyce
Friedhelm Rathjen – James Joyce
Stanyslaus Joyce – Meines Bruders Hüter

In „Die Tänzerin von Paris“ lernt Lucia Samuel Beckett kennen und verliebt sich in ihn. Wer ist der junge Literat, der bei den Joyce in Paris ein- und ausgeht,  und wegen dem Lucia den Heiratsantrag von Emile ablehnt?

Von Roger Pic - Bibliothèque nationale de France, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16380835Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 in Dublin als zweiter Sohn des protestantischen Ehepaars Bill und Mary Beckett geboren. Die Becketts waren im Gegensatz zu Joyce wohlhabend und lebten auf einen Landsitz. An der traditionsreichen Portora Royal School in Enniskillen, die er seit 1919 besuchte, entwickelte er erste literarische Interessen. 1923 studierte er am Dubliner Trinity College Französisch und Italienisch. Nach der Beendigung seines Studiums ging er 1926 erstmals nach Paris und 1927 nach Italien.  Danach arbeitete er zwei Jahre lang als Englisch-Lektor in Paris. In Paris lernte er dann schließlich auch Joyce kennen. 1930 kehrte er nach Dublin zurück und unterrichtete am Trinity College Französisch. Wie auch Joyce war er ein Reisender und es zog kurz darauf nach Deutschland, dann wieder nach Paris und zurück nach Dublin. Als sein Vater 1933 starb ging er nach London, lebte fortan von dem Geld seiner Mutter und versuchte dort literarisch Fuß zu fassen. Während er an seinem ersten Roman „Murphy“ arbeitete, begann eine Psychoanalyse bei Bion, die ihn in Kontakt mit Carl Gustav Jung brachte, dessen Vorlesungen er besuchte.
1936/37 beschloss er Deutschland noch einmal zu besuchen. Er besuchte Hamburg, Berlin, Dresden und München. In Dresden hatte er noch die Möglichkeit Gemälde von Edvard Munch, Otto Dix und Max Liebermann zu bewundern, was ihn erstaunte, kannte er doch die Einstellung der Nationalsozialisten zu den Juden. In München schließlich wurde das politische Klima für Künstler immer gefährlicher und bekam die gewünschte Literatur nicht mehr.
Nach einem kurzen Abstecher nach Dublin ließ er sich 1937 schließlich in Paris nieder. Ein Grund dafür war seine spätere Ehefrau Suzanne Deschevaux-Dumesnil, eine Pianistin. 1938 wurde schließlich „Murphy“ verlegt. Ende 1940 schloss sich Beckett der Résistance an und als 1942 seine Widerstandszelle an die Gestapo verraten wurde, tauchte er mit Suzanne in Roussillion in Südfrankreich unter. Dort verdingte er sich als Erntehelfer und schrieb den Roman „Watt“.
Nach dem Krieg kehrte er nach Paris zurück und arbeitete als Rote-Kreuz-Helfer. In den Folgejahren gelang ihm dann der Durchbruch. Er schrieb die Romane „Mercier et Camier“, „Molloy“ und „Malone“ und schließlich noch das Theaterstück für das er 1969 den Nobelpreis für Literatur bekam: Warten auf Godot.
Im Alter von 83 Jahren verstarb Samuel Beckett am 22.12.1989 in Paris. Seine letzte Ruhestätte ist der Cimetière du Monteparnasse in Paris.

Werke von und über Samuel Beckett:

Samuel Beckett – Warten auf Godot
Samuel Beckett – Murphy
Samuel Beckett – Drei Romane: Molloy. Malone stirbt. Der Namenlose.
Samuel Beckett, Chris Hirte – Weiter machen ist mehr, als ich tun kann. Briefe 1929-1940
Samuel Beckett, Chris Hirte – Ein Unglück, das man bis zum Ende verteidigen muss. Briefe 1941-1956
Martha Dow Fesenfeldt; Lois More Overbeck – Wünsche dir nicht, dass ich mich ändere. Briefe 1957-1965
Friedhelm Rathjen – Samuel Beckett

Der letzte der drei Männer mit denen es Luzia in „Die Tänzerin von Paris“ von Annabel Abbs zu tun hat ist der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung. Auch ihn möchte ich kurz vorstellen.

Von unknown, upload by Adrian Michael - Ortsmuseum Zollikon, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35027304Carl Gustav Jung wurde am 26. Juli 1875 in Kesswil geboren. Er war Sohn des Pfarrers Johann Jung und seiner Frau Emilie. Nach dem Tod seines Vaters 1896 musste der junge Student für den Unterhalt seiner Mutter und Schwester sorgen. Seit einem Jahr studierte er in Basel Medizin und beschäftigte sich in den frühe Jugendjahren mit dem Spiritismus. Damals wurde der Spiritismus eng mit der Psychiatrie verbunden. Später spezialisierte er sich auf diese. 1903 heiratete er Emma Rauschenbach, die ab 1930 auch als Analytikerin arbeitete. Ihr mit in die Ehe gebrachte Vermögen sicherte die Forschungsarbeit von Jung. Jung stand in stetigen Diskurs mit Freud, ehe Freud ihm 1913 schriftlich die Freundschaft kündigte. Vorausgegangen waren heftige persönliche Vorwürfe von Jung an Freud. Dennoch setzte er sich später immer wieder für Freud ein.
Mit dem Ende der Freundschaft zu Freud hörte er auch mit seiner Lehrtätigkeit auf und begann seine Praxistätigkeit. Die nur durch ausgedehnte Reisen nach Nordamerika, Nordafrika und Ostafrika zu den da jeweils lebenden Indianerstämmen unterbrochen wurde.
Kritisch beobachtet wurde er zu Zeiten des Nationalsozialismus, denn seine Äußerungen zu Juden und den Herrschend war missverständlich. Sehr oft musste er sich rechtfertigen, kein Antisemit zu sein. Seine Äußerungen galten als politisch naiv, unsensibel und opportunistisch.
Carl Gustav Jung starb am 06. Juni 1961 in Küsnacht.

Werke von und über Jung:

Carl Gustav Jung – Erinnerungen, Träume, Gedanken
Carl Gustav Jung – Das rote Buch
Gerhard Wehr – Carl Gustav Jung
Murray Stein – Carl Gustav Jungs Landkarte der Seele

Nun habe ich euch alle drei Männer aus „Die Tänzerin von Paris“ von Annabel Abbs vorgestellt, mit denen es Lucia Joyce zu tun hatte. Alle drei schillernde Persönlichkeiten in ihrem Bereich.

Gewinnspiel:

Ihr könnt ein Exemplar von „Die Tänzerin von Paris“ von Annabel Abbs gewinnen, als Print oder eBook – alles was ihr tun müsst, ist, unter dem Beitrag zu kommentieren wieso ihr euch gerade dieses Buch wünscht.

Teilnahmebedingung:
Ihr seid mindestens 16 Jahre alt, wohnt in Deutschland, der Schweiz oder Österreich und kommentiert unter diesem Beitrag mit eurem Vornamen bis Sonntag, 16. Juli 2017 um 18:00 Uhr. Der Gewinner wird am Montag 17. Juli 2017 mit Vorname auf dem Blog genannt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Persönliche Daten werden nur für das Gewinnspiel verwendet und anschließend gelöscht.

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[Blogspecial Paris] Backgroundinfo zu „Madame Picasso“ – Moulin Rouge, Kubismus und Pablo Picasso

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Bei Anya von Bücher in meiner Hand findet ihr heute die Rezension zu „Madame Picasso“ von Anne Girard. Heute bin ich für die Backgroundinfos zuständig und habe mir da auch so meine Gedanken gemacht.
Eva bzw. Marcelle sieht Picasso das erste Mal im Moulin Rouge und dieses Etablissement möchte ich euch etwas näher bringen.

Von Stéphane Passet (d. 1942) - Artblat.com, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44826163

(c) Von Stéphane Passet (d. 1942) - Artblat.com,
Gemeinfrei, 
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44826163

Auf dem Foto ist das Moulin Rouge im Jahr 1914 zu erkennen, just die Zeit in der auch Madame Picasso spielt. Es steht im Pariser Stadtteil Montmartre und gehört zum Vergnügunsviertel Pigalle.
Das Moulin Rouge oder auf Deutsch „Rote Mühle“ wurde 1889 von Joseph Oller und Charles Zidler erbaut. Der Name geht auf die Nachbildung der Roten Mühle auf dem Dach zurück.
Von Henri de Toulouse-Lautrec - http://www.ibiblio.org/wm/paint/auth/toulouse-lautrec/i/goulue-litho.jpg (more at http://www.ibiblio.org/wm/paint/auth/toulouse-lautrec/), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17449Viele bekannte Künstler der damaligen Zeit traten im Moulin Rouge auf.  So auch La Goulue,  Jane Avril und Mistinguett, die von Anne Girard in „Madame Picasso“ auch namentlich erwähnt werden. Berühmt wurden die Stars des Moulin Rouge auch durch die Werbeplakate von Henri de Toulouse-Lautrec.  Zu Beginn wurden häufig die Tänze Cancan und Chahut von den Mädchen aufgeführt, in den späteren Jahren gab es dann auch Operetten und Revuen.
In den 90er Jahren erlebt das Moulin Rouge eine finanzielle Krise und erst ab dem neuen Jahrtausend hatte es wieder Erfolg. Beigetragen mag dazu auch der Musicalfilm „Moulin Rouge“ mit Nicole Kidman und Ewan McGregor. Das wohl bekannteste Lied über das Moulin Rouge ist wohl „Lady Marmelade“ von The Eleventh Hour und wurde sowohl von Patti LaBelle als auch 2001 von Christina Aguilera, P!nk, Mýa und Lil’Kim veröffentlicht.
Zu erwähnen ist noch der biographische Roman „Moulin Rouge“, welches das Leben von Henri de Toulouse-Lautrec erzählt und 1950 von Pierre  LaMure geschrieben wurde.

Wer war denn nun Picasso? Vielen wird der Maler der Guernica bekannt sein. Sein eben erwähntes Werk entstammt einer viel späteren Zeit und ist auch in einem ganz anderen Stil gemalt als seine Werke aus der Zeit  zwischen 1906 und 1915.
Diese Zeitepoche gehörte in der bildenden Kunst dem Kubismus.

Von Argentina. Revista Vea y Lea - http://www.magicasruinas.com.ar/revistero/internacional/pintura-pablo-picasso.htm, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3257370Pablo Picasso wurde am 25. Oktober 1881 in Malaga als Sohn des freischaffenden Malers und Lehrers José Ruiz Blasco und seiner Frau Maria geboren. Er wuchs mit zwei Schwestern auf.
Sein Vater förderte ihn schon früh und bereits im Alter von neun Jahren vollendete er sein erstes Ölgemälde Picador. Nach dem Tod seiner jüngsten Schwester Conchita, die 1895 an Diphterie verstarb, zog die Familie von La Coruna nach Barcelona.  Der Tod seiner jüngsten Schwester prägte Picasso und war auch der Grund für sein schwieriges Verhältnis zu Krankheiten, wie man auch bei „Madame Picasso“ lesen durfte als Eva erkrankte.
In den Folgejahren war Picasso ein Reisender und wechselte häufig seinen Wohnort zwischen Paris, Madrid und Barcelona. 1904 zog er wieder nach Paris und lernte dort Guillaume Apollinaire und Fernande Olivier kennen. Fernande Olivier war die erste Madame Picasso und blieb es bis 1912 Eva in sein Leben trat.
Ab 1906 wurden seine Bilder abstrakter und er wurde zum Mitbegründer des Kubismus. Mit den Demoiselles d’Avignion legt er den Grundstein der Epoche.

Der Kubismus entstand 1906 aus der Avantgarde heraus und neben  Pablo Picasso trug  Georges Braque zu seiner Popularität im wesentlich bei. Der Stil wird oft als geometrischer Stil empfunden, was den Künstlern nicht behagte, die eher die Darstellung der wiedergegebenen Gegenstände und den Aufbau des Gemäldes im Blick hatten.

„Man hat den Kubismus mathematisch, geometrisch, psychoanalytisch zu erklären versucht. Das ist pure Literatur. Der Kubismus hat plastische Ziele. Wir sehen darin nur ein Mittel, das auszudrücken, was wir mit dem Auge und dem Geist wahrnehmen, unter Ausnützung der ganzen Möglichkeiten, die in den wesenhaften Eigenschaften von Zeichnung und Farbe liegen. Das wurde uns eine Quelle unerwarteter Freuden, eine Quelle der Entdeckungen.“ (Pablo Picasso, aus (Patrick O’Brian: Pablo Picasso. Eine Biographie. Ullstein, Frankfurt/M/ Berlin/ Wien 1982, S. 216–217).

Mit George Braque schloss Picasso Freundschaft und zwischen Herbst 1908 und Frühjahr 1909 sahen sich die beiden täglich und bildeten eine Arbeitsgemeinschaft.
Mit der Zeit wurde Picasso über die Landesgrenzen Frankreichs hinaus bekannt, so fanden sich zwischen 1910 und 1913 Bilder von ihm in Ausstellungen in München, Köln, Berlin und Görlitz.
1916 begann seine Abkehr von Kubismus und es entstand ein Nebeneinander von klassizistischen Gemälden und kubistischen. Picasso war während seines ganzen Lebens ein Wanderer der verschiedenen Stilepochen. So setzte er sich auch mit dem Surrealismus auseinander.
Nach dem Tod von Eva heiratete er Olga Stepanowna Chocholowa, mit der bis zu ihrem Tod 1955 verheiratet blieb, obwohl zeitlebens noch andere Beziehungen unterhielt aus der auch eine Tochter hervorging. Mit Olga Stepanowna Chocholowa, einer Primaballerina des russischen Balletts, hat er einen Sohn.
Der spanische Bürgerkrieg erschütterte ihn und er malte Guernica. Da er sich gegen Franco wandte, bekam er im Zweiten Weltkrieg Ausstellungsverbot im besetzten Frankreich. Picasso zog sich in die innere Emigration und Isolation in Paris zurück, die er erst nach dem Ende des Krieges wieder aufgab. Dann fand man ihn oft in Südfrankreich in Antibes oder Nizza. In Südfrankreich setzte er sich verstärkt mit der Lithografie, dem Linolschnitt und auch mit Bildhauerei und Keramik auseinander. Bis 1953 war Francoise Gilot seine ständige Begleiterin und auch die Mutter seiner Kinder Claude und Paloma.
Am 08. April 1973 verstarb Pablo Picasso an den Folgen eines Herzinfarktes.

Museen:

Mueseu Picasso in Barcelona
Musée Picasso in Paris
Museo Picasso in Malaga

Ausstellungen mit Picasso Gemälden und Grafiken:

Museum Berggruen in Berlin
Sprengel Museum in Hannover
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf
Museum Ludwig in Köln
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster (grafisches Werk)
Kunstmuseum Basel
Fondation Beyeler in Riehen
Sammlung Rosengart in Luzern
Kunstmuseum Bern
Musée Picasso in Paris
Musée national Picasso La Guerre et la Paix de Vallauris
Lille Métropole Museum für Moderne Kunst,
Zeitgenössische Kunst und Art Brut in Villeneuve-d’Ascq
Musée Picasso Antibes im Chateâu Grimaldi.
Puschkin-Museum in Moskau und in der
Eremitage, Sankt Petersburg
Museo Reina Sofía, Madrid
Museum of Modern Art in New York
Art Institute of Chicago

Werke über Picasso:

Francoise Gilot – Leben mit Picasso
Fernande Olivier – Picasso und seine Freunde
Pablo Picasso – Der Zeichner in drei Bänden
Gertraude Clemenz-Kirsch – Die Frauen von Picasso
Dagmar Feghelm – Pablo Picasso. Eine Lebensgeschichte
Camille Aubray – Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten

Gewinnspiel:

Ihr könnt ein Exemplar von „Madame Picasso“ von Anne Girard gewinnen, als Print oder eBook – alles was ihr tun müsst, ist, unter dem Beitrag zu kommentieren wieso ihr euch gerade dieses Buch wünscht.

Teilnahmebedingung:
Ihr seid mindestens 16 Jahre alt, wohnt in Deutschland, der Schweiz oder Österreich und kommentiert unter diesem Beitrag mit eurem Vornamen bis Sonntag, 16. Juli 2017 um 18:00 Uhr. Der Gewinner wird am Montag 17. Juli 2017 mit Vorname auf dem Blog genannt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Persönliche Daten werden nur für das Gewinnspiel verwendet und anschließend gelöscht.