[Villa Kunterbunt] Südkorea im Mittelpunkt der Welt

Hallo ihr Lieben,

Am Freitag ist es so weit die 23. Olympischen Winterspiele in Südkorea beginnen. Grund genug für mich nicht auf die sportliche Seite der Spiele zu schauen, davon werden wir in den nächsten zwei Wochen noch genug mit bekommen, sondern euch das Land mal literarisch näher zu bringen.

Zumeist macht Südkorea ja nur Schlagzeilen mit seinem Konflikt mit Nordkorea, die Winterspiele sollen da nun Abhilfe schaffen. Aber Südkorea hat noch mehr zu bieten und zwar in der Literatur. Acht Bücher möchte ich euch mal näher bringen und kurz vorstellen. Einige davon stehen nun nach der Recherche auf meiner Wunschliste.

Anna Kim – Die große Heimkehr

Klappentext von der Verlagsseite:

Spionagegeschichte, politischer und historischer Roman in einem, handelt Die große Heimkehr von Freundschaft, Loyalität und Verrat, vom unmöglichen Leben in einer Diktatur. Das Buch erzählt von den Folgen der Teilung der koreanischen Halbinsel und den Anfängen des heutigen Nordkorea, als die Gewaltherrschaft Kim Il Sungs noch in den Kinderschuhen steckte. Und es stellt sich der Frage: Wem gehört Geschichte? Den Siegern, die Archive verschließen und Dokumente schwärzen? Oder dem Einzelnen, der seine Erfahrungen von Verlust und Verlorenheit an andere weitergibt, Verlierer wie er selbst?
Seoul, im April 1960. Johnny Kim, seine Geliebte Eve Moon und sein bester Freund aus Kindertagen Yunho Kang sind auf der Flucht vor der berüchtigten Nordwest-Jugend, einer antikommunistischen, paramilitärischen Schlägertruppe im Dienst der Regierung Südkoreas. Diese steht kurz vor dem Zusammenbruch, seit Wochen geht die Bevölkerung gegen den autokratischen Präsidenten Rhee auf die Straße. Gemeinsam wagen Johnny, Eve und Yunho die illegale Überfahrt nach Japan und finden Unterschlupf und Arbeit im koreanischen Viertel Osakas. Doch schon bald werden sie von ihrer Vergangenheit eingeholt: Ein Mädchen ist verschwunden, und der Verdacht fällt auf Johnny …

Bibliografische Angaben:

Autor: Kim, Anna Übersetzer: Titel: Die große Heimkehr Originaltitel: Reihe: — Seiten: 558 ISBN: 978-3-518-46888-3 Preis: 12,00 € (Taschenbuch) Erschienen: 13.08.2018 bei Suhrkamp

Han Kang – Menschenwerk

Menschenwerk von Han KangKlappentext von der Verlagsseite:

„Ich kämpfe, jeden Tag. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Und Sie, ebenso ein Mensch wie ich, welche Antworten können Sie mir geben?“

Ein Junge ist gestorben, und die Hinterbliebenen müssen weiterleben. Doch was ist ihnen ihr Leben noch wert? Han Kang beschreibt in ihrem neuen Roman, wie dehnbar die Grenzen menschlicher Leidensfähigkeit sind. Ein höchst mutiges Buch und ein brennender Aufruf gegen jede Art von Gewalt.

»Han Kang zu lesen ist wie in einen Strudel aus Brutalität und Zärtlichkeit geworfen zu werden, aus dem man durchgeschüttelt, perplex und tief bewegt wieder auftaucht.« Doris Dörrie

Bibliografische Angaben:

Autor: Kang, Han  Übersetzer: Lee, Ki-Hyang Titel: Menschenwerk Originaltitel: Sonyeoni Onda  Reihe:Seiten: 224 ISBN: 978-3-351-03683-6 Preis:  20,00 € (Hardcover) Erschienen: 15.09..2017 bei Aufbau

Jeong Yu-jeong – Sieben Jahre Nacht

Klappentext von der Verlagsseite:

Der Vater, ehemals erfolgreicher Catcher des Baseballteams »Hansin Fighters«, ist ein Kind im Körper eines Riesen. Im richtigen Leben gelingt ihm nichts mehr, er steht unter der Knute seiner Frau, arbeitet für eine Sicherheitsfirma und trinkt sich ins Elend. Nur seinen Sohn liebt er abgöttisch. So sieht seine Beförderung zum Sicherheitschef eines abgelegenen Staudamms zunächst wie eine letzte Chance aus.

Doch schon bevor die kleine Familie umzieht, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Unaufhaltsam wie eine griechische Tragödie entrollt sich das Unheil, das aus dem Vater das »Stauseemonster« und aus seinem Sohn einen Getriebenen macht.

Bibliografische Angaben:

Autor: Yu-jeong, Jeong Übersetzer: Flügel, Kyong-Hae Titel: Sieben Jahre Nacht Originaltitel: Chil Nyeon Ui Bam Reihe: — Seiten: 528 ISBN: 978-3-293-20740-0 Preis: 16,95 € (Taschenbuch) Erschienen: 01.02.2018 bei Unionsverlag

Han Kang – Die Vegetarierin

Klappentext von der Verlagsseite:

»Die Vegetarierin ist ein Meisterwerk.« Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen.

»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«
Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Bibliografische Angaben:

Autor: Kang, Han  Übersetzer: Lee, Ki-Hyang Titel:  Die Vegetarierin Originaltitel: Vegetarerin, Ch’angbi  Reihe:Seiten: 190 ISBN: 978-3-7466-3333-6 Preis:  10,00 € (Taschenbuch) Erschienen: 15.09..2017 bei Aufbau

Sok-Yong Hwang – Der ferne Garten

Klappentext von Amazon:

»Der Autor beweist auf geradezu brillante Weise immer wieder, weshalb er in Korea zu den wichtigsten Autoren des Landes gezählt wird.« Le Monde

Platz 6 auf der SWR Bestenliste im Oktober 2005!

Ein politischer Häftling wird 1999 nach 17 Jahren aus dem Gefängnis entlassen und von den lange verdrängten Erinnerungen eingeholt: an seine große Liebe, die Zeit der regimekritischen Aufstände und das Leben im Untergrund.

»Zuerst vergessen sie die Worte, dann die Gefühle, zuletzt verblassen die Erinnerungen.« Nach 17 Jahren politischer Gefangenschaft wird Hyunuh Oh 1999 in die Freiheit entlassen und muss sich nun in einem neuen, modernen und für ihn fremden Südkorea zurechtfinden. Er lebt zunächst eine Weile bei seiner Schwester, die über all die Jahre die Briefe seiner ehemaligen Geliebten, der Malerin Yunhi Han, für ihn aufbewahrt hat. Über die Erinnerung an sie mit den so lange zurückliegenden Ereignissen der 80er Jahre konfrontiert, begibt er sich schließlich auf eine Reise in die eigene Vergangenheit.

Er fährt nach Seoul und besucht ehemalige Kameraden aus der Zeit der Aufstände, sofern sie noch leben; und in das Dorf Galmö, in dem er, längst untergetaucht, mit Yunhi eine Weile glücklich war – in einem kleinen Gartenhaus, Yunhis Atelier und nun Sinnbild für die Sehnsucht nach Freiheit und einem besseren Morgen. Yunhi ist drei Jahre zuvor gestorben, und als Hyunuh ihr an ihn gerichtetes Tagebuch findet, taucht er, im Wechsel mit seinen immer wiederkehrenden Erinnerungen an die lange Gefangenschaft, ein in ihr Leben nach seiner Verhaftung. Und er erfährt, dass er eine Tochter hat – und damit eine Hoffnung auf Zukunft.

Bibliografische Angaben:

Autor: Hwang, Sok-Yong Übersetzer: Oh, Dong-Sik; Kang, Seung-Hee, Zaiak, Thorsten Titel: Der ferne Garten Originaltitel: Oraedoen Jeongwon Reihe: — Seiten: 520 ISBN: 978-3423244602 Preis: — (Taschenbuch) Erschienen: 01.09.2005 bei DTV

Kyung-Sook Shin – Als Mutter verschwand

Klappentext von der Verlagsseite:

Die überwältigende Kraft der Mutterliebe – der koreanische Roman, der weltweit zum Bestseller wurde.

Sie sind auf dem Weg, ihre erwachsenen Kinder in Seoul zu besuchen. Doch als sie mit ihrem Mann in die überfüllte U-Bahn steigen will, passiert es: Mutter geht in der Menschenmenge verloren. Und sie bleibt spurlos verschwunden. Die Suche zieht sich über Wochen und Monate hin und wird immer aussichtsloser. Dabei wird sowohl ihren Kindern als auch ihrem Mann zum ersten Mal bewusst, was diese Frau für sie alle war – und vor allem, wer sie eigentlich war.

Bibliografische Angaben:

Autor: Shin, Kyung-Sook Übersetzer: Holfelder-von der Tann, Cornelia Titel: Als Mutter verschwand Originaltitel: Omma rul put’ak hae Reihe: — Seiten: 256 ISBN: 978-3-492-30389-7 Preis: 11,00 € (Taschenbuch) Erschienen: 10.03.2014 bei Piper

Oh Jung-Hee – Vögel

Klappentext von der Verlagsseite:

»Die Ansicht, dass die Kinderwelt naiv, hell und glücklich sei«, stellt für Oh Jung-Hee »ein furchtbares Missverständnis der Erwachsenen« dar. Die Geschichte zweier südkoreanischer Kinder erzählt sie denn auch konsequent aus der Sicht des Mädchens Uumi, das allein für sich und seinen jüngeren Bruder Uuil sorgt.

Die beiden Geschwister leben, nachdem sie zuerst von der Mutter, dann auch vom Vater verlassen worden sind, in einer ärmlichen Hinterhofwohnung, die ihnen Nest und Käfig zugleich ist. Der Bruder möchte am liebsten fliegen können wie der Weltraumjunge Toto im Fernsehen, der für Gerechtigkeit kämpft. Und Uumi sehnt sich danach, so schnell wie möglich erwachsen zu werden, um in die Zukunft aufzubrechen. Unbeirrbar halten sie an ihren Träumen fest.

Bibliografische Angaben:

Autor: Oh, Jung-Hee Übersetzer: Kim; Sun-Hi Titel: Vögel Originaltitel: Sae Reihe: — Seiten: 160 ISBN: 978-3-293-20329-7 Preis: 9,99 € (Taschenbuch) Erschienen: 01.04.2005 bei Unions-Verlag

Kyongni Pak – Land I-IV

Klappentext von der Verlagsseite:

1898, Phjongsari am südlichen Ende der koreanischen Halbinsel. Die sechsjährige SOHYI, jüngste Vertreterin des Hauses des ERSTEN MINISTERS TSCHHÖ, vermisst ihre Mutter, die Frau aus dem Töchterhaus, die vor wenigen Monaten mit dem Tagelöhner KUTSCHHON in die Berge geflohen ist. PONGSUN ist nur zwei Jahre älter als SOHYI und deren Dienerin, Betreuerin, Freundin.

Grundlegendes hat sich innerhalb von fünf Jahren im Hause TSCHHÖ geändert. Das Regiment führen nun die entfernten Verwandten aus Seoul, TSCHO TSCHUNGU und seine Frau MADAME HONG, die nach dem Tod von MADAME JUN deren Eigentum rücksichtslos in Besitz genommen hat. SOHYI kann ihr weder den Schmuck noch die Schlüssel für die Vorräte abringen; zuverlässige Verbündete sind nur PONGSUN, SUSONG und KILSANG.

Viele Einwohner von Phjongsari sind mit SOHYI nach Jongdshong im Gebiet Kando in Nordostchina umgesiedelt. Aus dem geretteten Rest ihres Erbes hat die inzwischen 20-Jährige mit Hilfe des ALTEN KONG und KILSANGS ein Vermögen gemacht, das ihrer Rache an TSCHO TSCHUNGU dienen soll. KILSANG hat sich im Konflikt zwischen seiner Liebe zu SOHYI und seinem Dienerstatus der armen OGI-MUTTER in Hörjong zugewendet; die eifersüchtige SOHYI besucht die junge Witwe.

Der Mönch HJEGWAN will auf den Spuren der Gerechtigkeitsarmee ins Gebiet Wladiwostok reisen. In Seoul schließt sich ihm PONGSUN – jetzt KIHWA, eine Kisäng – an. Auf dem Weg nach Jongdshong macht HJEGWAN einen Abstecher ins Mjohjang-Gebirge, ehe sie das Haus von TSCHHÖ SOHYI und KILSANG aufsuchen. PONGSUN ersehnt und fürchtet die Begegnung mit den beiden wichtigen Menschen ihrer Vergangenheit, die nun ein Paar sind.

Bibliografische Angaben:

Autor: Pak, Kyongni Übersetzer: Picht, Helga; Jung-hwa, Han Titel: Land I-IV Originaltitel: Reihe: — Seiten: 2208 ISBN: 978-3-943213-10-2 Preis: 80,00 € (Taschenbuch) Erschienen: 16.03.2015 bei Secolo

Eure

Kerstin

Advertisements