[Buchbesprechung] Daniel Cole – Ragdoll

Klappentext von der Verlagsseite:

Eine Leiche. Sechs Opfer. Ein Racheengel, der nicht aufzuhalten ist.

Der neue Bestsellerautor Daniel Cole sorgt für einzigartige Spannung, die süchtig macht.

Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Lumpenpuppe, einer »Ragdoll«. Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes …

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Daniel Cole wurde 1983 geboren. Er hat bisher als Sanitäter, Tierschützer und für die britische Seenotrettung gearbeitet. Sein Drang, Menschen zu retten, entspringt möglicherweise dem schlechten Gewissen wegen der großen Zahl der Figuren, die er beim Schreiben umbringt. Er lebt im sonnigen Bournemouth in Südengland und ist meist am Strand anzutreffen, obwohl er eigentlich an seinem nächsten Buch schreiben sollte. Sein Debüt »Ragdoll« erscheint in 34 Ländern, die Verfilmung ist in Vorbereitung

Erster Satz:

Samantha Boyd duckte sich unter dem flatternden Absperrband durch und blickt zur Statue der Justitia oben auf der Kuppel von Old Bailey hinauf, dem berühmten Londoner Gerichtsgebäude.

Meinung:

„Ragdoll“ lässt einen nicht kalt, überhaupt nicht, gelegentlich laufen einem Schauer über den Rücken. Der Prolog spielt vier Jahre vor dem eigentlichen Geschehen und hat es bereits in sich. Ein Polizist, namens Fawkes, schlägt den Angeklagten zusammen, und wird daraufhin vom Dienste suspendiert. Ist natürlich nur richtig, allerdings das Medienecho danach, hat es in sich und auch die Tatsache, dass nicht alles rund lief.

Vier Jahre später geht es dann direkt spannend weiter und „Ragdoll“ entwickelt sich zu einem wahren Pageturner. Direkt im ersten Kapitel fällt man in die Geschichte rein und man ist in ihr gefangen, da direkt eine Leiche auftaucht und ich mich gefragt habe, ob es nun ein Splatter-Thriller wird.  Vorweg er ist nicht geworden. Gut es geschehen Grausamkeiten, aber sie werden in keiner Weise detailliert dargestellt und dementsprechend konnte ich den Thriller auch gut lesen.

Der Plot ist spannend und rasant, man fiebert direkt mit den Ermittlern mit und ich habe oft gehofft, dass sie schneller sind als der Täter, der wirklich ein perfides Spiel mit Wolf, Baxter und Edwards treibt.

Wobei ich nun zum Personal der Handlung komme. Wolf ist der Ermittler schlechthin, ein verschrobener und eigensinniger Kauz, der für die Tat im Prolog zunächst mal aus dem Verkehr gezogen wurde und nun auch den Mittelpunkt der Handlung spielt. Daniel Cole verwendet verschiedene Namen für ihn und ist dabei nicht immer stringent:  So heißt er einmal Wolf, dann Fawkes, dann mal William oder Willi – das kann den Leser verunsichern, aber wenn man dann mal den langen Namen im Klappentext gelesen hat, dann passt wirklich alles: William Oliver Layton-Fawkes oder kurz Wolf. Auch wenn er tragender Charakter der Handlung ist, warm geworden bin ich nie mit ihm.

Irgendwie auch nicht unbedingt mit den anderen Charakteren. Da wäre noch Emily Baxter, Kollegin von Wolf, und die beiden haben auch ein herzliches Verhältnis zueinander, dass natürlich auch wieder Wolfs Ex auf dem Plan ruft.  Baxter ist schwierig zu charakterisieren, am ehesten als hart, dickköpfig und sie weiß sich durchzusetzen, dabei hat sie auch ihre schwache Seiten, die nur Wolf kennt.
Der Dritte im Bunde ist der junge Edwards. Ein Besserwisser par excellence, aber auch ein hartnäckiger Ermittler, der mir imponiert hat. Er setzt sich über Anweisungen von Baxter und Wolf hinweg, geht seinen eigenen Weg und verplempert damit in den Augen der anderen Zeit.
Daniel Cole versucht alle drei gut darzustellen, dazu greift er auch immer auf ihr Privatleben zurück und versucht uns so die Protagonisten näher zu bringen. Es gelingt ihm auch, aber bis auf Edwards, der mir leicht sympathisch ist, fällt es mir bei den anderen Charakteren schwer Sympathie zu empfinden. Sei es bei den Protagonisten in der Poilzei, bei den Opfern oder auch bei den Leuten vom Fernsehsender, bei denen Wolfs Ex Amanda arbeitet.
Daniel Cole hat es tatsächlich auf 480 Seiten fertiggebracht keinen einzigen sympathischen Charakter unterzubringen. Auch so etwas ist eine Kunst!

Unsympathische Charaktere bedeuten allerdings nicht, dass das Buch kein Lesevergnügen war. Denn das war es ohne Weiteres. Grund dafür ist die rasante Handlung, die eingebauten Wendungen, das immer wieder Auftauchen von neuen Erkenntnissen, der Wechsel in den Handlungsorten und auch die Rückblicke auf 2010. Peu à peu erfuhr ich mehr und waren die ersten beiden Drittel der Handlung noch völlig undurchsichtig, so wurde es im letzten Drittel immer spannender und eindeutiger.
Zunächst war ich am Ende völlig irritiert, das kann doch nicht wahr sein. War mein Gedanke und ich schüttelte den Kopf, das musste ich erst einmal sacken lassen. Gelinde gesagt, ich war einfach nur baff. Denn Daniel Cole hat einen Schluss inszeniert, mit dem man noch nicht mal nach vierhundertdreißig Seiten rechnet.

Fazit

„Ragdoll“ von Daniel Cole ist ein spannendes, beklemmendes und düsteres Debüt. Mit einem überraschenden Ende, dass mich auch heute noch sprachlos zurücklässt. Eine klare Leseempfehlung für Thriller-Fans.

Bibliografische Angaben:

Autor: Cole, Daniel Übersetzer: Lösch, Conny Titel: Ragdoll – Dein letzter Tag Originaltitel: Ragdoll Reihe: Wolf #1 Seiten: 480 ISBN: 9783548289199 Preis: 14,99 € (Klappenbroschur) Erschienen: 27.03.2017 bei Ullstein

Bewertung:

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