[Buchbesprechung] Martin Krist – Brandstifter

Klappentext von der Autorenseite:

Hart, realistisch, spannend.

Sie haben deinen Ehemann brutal ermordet – jetzt bedrohen sie deine Kinder! Wie weit würdest du gehen, um ihr Leben zu beschützen?

Problemlöser David Gross soll den Feuertod einer jungen Frau aufklären und gerät dabei selbst in lebensgefährliche Ermittlungen. Doch die Sorge um seine eigene Familie lenkt ihn bald mehr ab, als ihm lieb ist …

Die Protagonisten.

In den Hauptrollen: David Gross, Valentina Starke, Luka.

In den Nebenrollen: Kriminalhauptkomissar Sebastian Berger. Kriminalobermeister Gesing. Leon Starke, Valentinas Schwager. Charlotte Starke, Leons Ehefrau. Reporter Hardy Sackowitz. Gerichtsmediziner Dr. Wittpfuhl.

Autoreninfo von der Amazonseite:

Martin Krist ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers aus Berlin. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1997 ist er als Schriftsteller tätig und veröffentlichte in unterschiedlichen Genres Bücher. Nach einer Biografie über eine Rotlichtgröße aus dem Ruhrgebiet, über Tattoo-Theo, über die Punk-Diva Nina Hagen, den Rap-Rüpel Sido und die Grunge-Ikone Kurt Cobain sowie zahlreichen anderen Buchprojekten, konzentrierte er sich ab 2005 auf Krimis und Thriller.

Erster Satz:

Valentina erwachte.

Meinung:

„Brandstifter“ von Martin Krist ist der dritte Fall um den ehemaligen Polizisten und nun als Privatdetektiv arbeitende David Gross. Auch wenn ich die ersten beiden Bände „Drecksspiel“ und „Engelsgleich“ noch nicht kenne, kam ich gut in die Handlung rein und konnte ihr folgen.
Nur merkt man auch, dass einem etwas fehlt, denn Rückblicke auf die Vergangenheit von David Gross macht Martin Krist nicht. Es wird etwas angerissen, aber nicht erklärt, dennoch hat dies meinem Lesevergnügen in nichts beeinträchtigt. Dann lese ich halt noch die Vorgängerbücher, war mein einziger Gedanke. Denn Martin Krist hat mir Lust auf die David Gross-Reihe gemacht. Ich möchte wissen, wieso er so handelt, wie er handelt, was es mit seiner Frau und seinem Sohn auf sich hat und vermutlich wird mir dann David Gross Handlungen deutlicher.
Für den eigentlichen Fall hat dies keine Bedeutung, denn der ist auch am Ende abgeschlossen. Aber die Rahmenhandlung geht weiter.
Mir fiel es immer wieder schwer „Brandstifter“ aus der Hand zu legen, denn es ist ein wahrer Pageturner. Kurze Kapitel über wenige Seiten lassen dich schnell voran kommen und man vergisst aufgrund des genialen Schreibstils von Martin Krist völlig die Zeit. Plötzlich waren zwei Stunden rum und ich wusste nicht, wo die Zeit geblieben ist. So tief war ich in die vielen verschiedenen Handlungsstränge eingetaucht und habe mir Gedanken über die Charaktere gemacht. Denn sie sind richtig gut dargestellt, authentisch und unverwechselbar. Nicht nur die Handlung, sondern auch die Protagonisten haben mich immer wieder zum Nachdenken gebracht.  Wieso reagiert Valentina so? Was macht Amy? Wie hängt das alles zusammen? Fragen, über Fragen, geisterten in meinem Kopf umher und viel so gerne hätte ich weiter gelesen, aber ich musste unterbrechen.
Allerdings hat keine Unterbrechung mich aus dem Buch hinauskatapultiert, nach nur wenigen Zeilen war ich wieder voll im Geschehen und die Darstellung der Taten, der Ereignisse und auch der Gefühle waren einfach toll beschrieben.
Immer mehr verwoben sich die Handlungsstränge in einander und hatte ich zu Beginn noch die Befürchtung, dass sich Martin Krist in seinem Gespinst verheddern würde, so geschah dies nie. Bis zum Ende hin, war die ganze Story spannend und lediglich für das Ende, dass mir einfach zu offen war – ja mal wieder ein Cliffhanger – hat mich das Buch überzeugt. Leider war mir das Ende zu abrupt und hat mich etwas sprachlos zurückgelassen, denn so ganz hat mich die Präsentation des Täters nicht überzeugt.

Fazit

„Brandstifter“ von Martin Krist ist ein Pageturner, der einen so schnell nicht mehr loslässt. Lediglich das Ende war abrupt und hat mich nicht so glücklich zurückgelassen. Dennoch eine klare Leseempfehlung für Thrillerliebhaber, die eine spannende und komplexe Handlung bevorzugen. Ich werde nun noch mehr von ihm lesen.

Bibliografische Angaben:
Autor: Krist, Martin  Übersetzer:Titel: Brandstifter Originaltitel:Reihe: David Gross #3 Seiten: 400 ISBN: 978-1520648682 Preis: 11,99 (Taschenbuch) Erschienen: 19.02.2017 bei Martin Krist

Bewertung:

In 365 Büchern durch das Jahr 2017 – Tag 88

Und weiter geht es mit den 365 Büchern durch das Jahr

Ein Buch von deiner WuLi, das du dieses Jahr endlich lesen möchtest

Klappentext von der Verlagsseite:

Luke Kanowski beschließt, Provinz und Elternhaus den Rücken zu kehren, um in London seine Lorbeeren als Dramatiker zu verdienen. Mit Paul, einem angehenden Produzenten, und Leigh, Pauls Freundin, gründet er eine Theaterkompagnie, die bald erste Erfolge feiert. Die drei sind unzertrennlich – bis Luke auf Nina trifft, eine temperamentvolle, aber labile Schauspielerin, die ihn nicht mehr loslässt.

Alles, worum er gekämpft hat – Loyalität, Freundschaft, Karriere –, droht dem Versuch zum Opfer zu fallen, Ninas versehrte Seele zu retten. Wie viel ist er bereit, für sie zu riskieren?
Ein überaus romantischer, eleganter Roman über vier junge Menschen, die um ihren Platz in der Liebe und im Leben kämpfen und dabei immer wieder von den Prägungen ihrer Kindheit eingeholt werden.

„Hinter den Kulissen des Herzens“ – Sadie Jones über ihren neuen Roman

„Jahre wie diese“ von Sadie Jones steht noch auf meiner Wuli und das Buch möchte ich unbedingt noch in diesem Jahr lesen.

Bibliografische Angaben:
Autor: Jones, Sadie Übersetzer: Walitzek, Brigitte Titel: Jahre wie diese Originaltitel: Fallout Reihe:Seiten: 480 ISBN: 978-3-421-04629-1 Preis: 19,99 € (Hardcover) Erschienen: 16.03.2015 bei DVA

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[Buchbesprechung] Thomas Krüger – Erwin, Enten, Präsidenten

Klappentext von der Verlagsseite:

Wer wird Bürgermeister von Versloh?

In Versloh, der Gemeinde mit den Dörfern Bramschebeck und Pogge, steht die Wahl vor der Tür. Alle paar Jahre wieder wird Fritzwalter Kleinebregenträger hier zum Bürgermeister gewählt. Nie gab es einen Gegenkandidaten. Eines Morgens allerdings liegt Kleinebregenträger tot neben der Bundesstraße. War es Mord? Oder ein Unfall? Erwin Düsedieker, den man im Ort für trottelig hält, weil er mit seinen Enten spricht und in Gummistiefeln Spaziergänge unternimmt, macht sich so seine Gedanken. Und verstrickt sich unversehens in einen schmutzigen Wahlkampf …

Autoreninfo von der Verlagsseite:

Thomas Krüger, geb. 1962 in Ostwestfalen, ist Hörbuch- und Kinderbuchverleger, Autor von Kinderbüchern (Die 3 Superbrillen) und zahllosen Sonetten an Donald Duck. Seiner Serie um Erwin Düsedieker verdanken wir die ersten Ermittlungsenten der Kriminalliteratur.

Erster Satz:

Es ist Februar.

Aufbau:

„Erwin, Enten, Präsidenten“ von Thomas Krüger enthält neben dem Prolog, einer Danksagung und einen Epilog, Kapitel mit Kapitelüberschriften. Erzählt wird die Handlung aus der Sicht von Erwin Düsedieker in der 3. Person. Hinzu kommt auf den Klappeninnenseiten eine Karte von Bramschebeck und Pogge.

Meinung:

Nicht nur in Deutschland und Frankreich wird gewählt, auch in Versloh ist Wahlkampf und mittendrin ist Erwin mit seinen Enten. Alles beginnt beschaulich in Bramschebeck und Pogge. Erwin und seine Lina wohnen zusammen, den Enten geht es gut und der ruhige und als einfältig geltender Erwin lebt sein Leben. Tja, wenn da nicht die Bürgermeisterwahl an stände und Kleinebregenträger, der amtierende Bürgermeister, tot aufgefunden würde. Wer soll nun sein Nachfolger werden? Schnell ist ein neuer Kandidat gefunden und Erwin, der von allen nur als Dorftrottel bezeichnet wird, bekommt seine Bedenken. Geht hier alles mit rechten Dingen zu?
Erwin wäre nicht Erwin, wenn er nicht nachforschen würden und ohne seine drei Enten geht gar nichts.

Auch wenn es bereits der vierte Band der Reihe ist und für mich Premiere, kam ich sehr schnell in die Handlung und in das Dorfgeschehen von Versloh rein. Thomas Krüger beschreibt die Eigenheiten der Dorfgemeinschaft sehr pointiert und humorvoll, so dass ich mehr als einmal lachen musste. Sei es wegen Arno oder auch wegen Erwin. Gerade bei Erwin wird im Laufe der Handlung deutlich, dass er überhaupt nicht der Trottel ist für den ihn viele halten. Er redet nicht viel und ist schweigsam, aber wenn man sich allein seine Bibliothek vorstellt, dann erkennt man schnell, dass er mehr auf den Kasten hat, als so mancher Dorfbewohner. Gerade die Figur Erwin ist mir mit seiner Vielschichtigkeit ans Herz gewachsen, dazu noch die Enten, einfach ein tolles Gespann. Ebenso seine Lina, die zu ihm steht und ihm nicht nur den Rücken freihält, sondern auch kräftig mit zu Gange ist bei der Bürgermeisterwahl. Ein rundum schöner Kriminalroman, den man so nicht oft liest. Vor allen Dingen hätte ich bis zum Schluss nicht mit der Auflösung gerechnet, daher einfach nur Top.

Thomas Krüger hat satirisch humorvoll aktuelle Themen in die Story um Erwin eingebaut. Nicht nur die Bürgermeisterwahl, sondern auch Wirtschaftskriminalität und das alles gepaart mit den Eigenheiten der Bürger von Versloh. Ich habe mich köstlich amüsiert. So gut, dass ich mir nun auch noch die ersten drei Bände um Erwin und seine Enten kaufen werde.

Fazit

„Erwin, Enten, Präsidenten“ ist ein humorvoller Kriminalroman mit einem sehr liebenswerten Erwin, den man nur das beste wünscht. Auch wenn es der vierte Band der Buchreihe um Erwin Düsedieker ist, kann man ihn ohne Vorkenntnisse lesen.

Buchinfo:
Autor: Krüger, Thomas Übersetzer:Titel: Erwin, Enten, Präsidenten Originaltitel: Reihe: Erwin Düsedieker #4 Seiten: 400 ISBN: 978-3-453-41981-0 Preis: 9,99 € (Taschenbuch) Erschienen: 13.02.2017 bei Heyne

Bewertung:

[Buchbesprechung] Christiane Lind – Phillips letztes Geschenk

Klappentext von der Autorenseite:

»Was hat er sich nur dabei gedacht?«, flüsterte Carolin, als ein schwarzes Kätzchen aus dem Transportkorb herauslugte …

Seit ihr Mann gestorben ist, verkriecht sich Carolin in ihrer Trauer und meidet alle Menschen. Überraschend erhält sie eines Tages ein Geschenk, das Phillip noch vor seinem Tod für sie ausgesucht hatte: ein Katzenjunges. Auf Samtpfoten schleicht es sich in ihr Leben und in ihr Herz – obwohl sein Freiheitsdrang sie gehörig auf Trab hält. Beim Suchen lernt Carolin ihre Nachbarn besser kennen und gewinnt langsam neuen Lebensmut. Bis zu dem Tag, als ihr Kätzchen verschwindet, und das, wo der Winter vor der Tür steht!

Ein berührender Roman über Trauer, Liebe und die Kraft der Freundschaft.

Autoreninfo von der Autorenseite:

Christiane Lind hat sich immer schon Geschichten ausgedacht, die sie ihren Freundinnen erzählte, aber nur selten zu Papier brachte. Erst zur Jahrtausendwende erinnerte sie sich daran und begann Kurzgeschichten zu schreiben. Inzwischen hat sie unter den Pseudonymen Christiane Lind, Chris Lind, Laura Antoni und Clarissa Linden elf Romane bei den Verlagen Rowohlt, Thienemann, Droemer, Aufbau und Amazon Publishing veröffentlicht. Als Carolyn Lucas hat sie Fantasygeschichten im Selbstverlag publiziert.
Beim Schreiben begibt sich Christiane am liebsten auf die Spur von Familien und deren Geheimnisse, sei es im Mittelalter, dem 20. Jahrhundert oder auf anderen Kontinenten. Nach beruflichen Zwischenstationen in Göttingen, Gelsenkirchen und Bremen teilt sie heute in Kassel eine Wohnung mit unzähligen und ungezählten Büchern, einem Ehemann und vier Katern. Die Samtpfoten erwarten von Christiane, dass mindestens eine Katze in ihren Geschichten vorkommt, was inzwischen ihr Markenzeichen ist.
Internetseite: http://www.christianelind.de
Facebook: https://de-de.facebook.com/ChristianeLind

Erster Satz:

„Bist du sicher, dass es richtig ist?“

Aufbau:

„Phillips letztes Geschenk“ von Christiane Lind umfasst 24 Kapitel und eine Danksagung.

Meinung:

Christiane Linds neuer Katzenroman „Phillips letztes Geschenk“ hat mich berührt. Eine wunderschöne und zugleich traurige Geschichte. Carolin verliert ihren Mann Phillip an Krebs und kommt nicht über den Tod ihres Mannes hinweg. Viele werden jetzt sicherlich denken, oh Mann, nicht noch ein Buch über Krebs und Trauer. Aber so ist dieses Buch nicht, Phillips Tod wird nur angerissen und Carolins Trauer und Verzweiflung ist sehr gut dargestellt. Wer einen geliebten Menschen nach langer Krankheit oder auch plötzlich verloren hat, kann Carolins Beweggründe nachvollziehen. Auch wenn ich sie, trotzdem nicht immer verstehen kann und ich auch so manches Mal die gute einfach nur schütteln wollte oder ihr mal die Meinung sagen wollte. Allerdings ist sie mir mit der Zeit immer näher gekommen und ich fand es einfach toll mit anzusehen, wie aus der in sich gekehrten, introvertierten, traurigen Carolin eine aufgeschlossene, auf ihre Mitmenschen zugehende Frau geworden ist.
Dazu beigetragen hat auch „Phillips letztes Geschenk“ ein kleiner Kater, den er noch kurz vor seinem Tod für Carolin ausgesucht hat. Carolin, alles andere als eine Katzenmama, hadert mit dem Geschenk von Phillip. Der namenlose Kater fordert sie und so langsam findet sie über ihn zurück ins Leben. Durch ihn lernt sie ihre Nachbarn kennen, die sie vorher ignoriert oder als störend empfunden hat. Da ist die ältere Dame aus dem Erdgeschoss, die Carolin einfach nur nervend empfindet, der ältere Herr, der immer Klavier spielt und ihre direkten Nachbarinnen die Studentinnen. Alles Menschen mit denen sie nichts am Hut hat. Tja, wäre da nicht das Katerchen, dass all diese Menschen und nicht nur diese in Carolins Leben hineinbringen.
Die Geschichte zieht sich über ein Jahr und in diesem Jahr ändert sich Carolin nach und nach. Sie ist immer noch traurig, aber sie bekommt die Kurve und als schließlich ihr Katerchen auf einmal verschwindet, hat sie in ihren Nachbarn Menschen und Freunde, die ihr zur Seite stehen und bei der Suche helfen.
Christiane Lind hat einen schönen und zugleich traurigen Roman geschrieben. Man merkt deutlich, dass sie selber Katzen hat, denn sie hat das Katerchen mit seinen Eigenheiten und seinem Entdeckungsdrang sehr toll beschrieben. Vieles hat mich an meine eigene Katze erinnert, die auch vor keiner Schandtat zurück steckt.
In „Phillips letztes Geschenk“ bin ich richtig eingetaucht. Erst hatte ich mir vorgenommen, das Buch wie einen Adventskalender zu lesen, aber schon nach einem Kapitel war mir klar, dass dies mir nie gelingen würde, so sehr hat mich Carolins Geschichte und die Entwicklung des Katerchens in den Bann gezogen.

Fazit

„Phillips letztes Geschenk“ ist eine wunderschöne Geschichte über Trauer, Hoffnung und den Weg zurück ins Leben. Eine Geschichte, die einen nicht mehr los lässt und die man gut in einem Rutsch durch Lesen kann. Einfach schön!

Buchinfo:
Autor: Lind, Christiane Übersetzer:Titel: Phillips letztes Geschenk Originaltitel: Reihe:Seiten: 186 ISBN: 978-1503942509 Preis: 7,99 € (Taschenbuch) Erschienen: 08.11.2016 bei Amazon Publishing

Bewertung: